Herzlich willkommen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Schmerztherapie befreit …“ von Fesseln, die unseren Patienten durch den Schmerz und seine biologischen, psychischen und sozialen Folgen angelegt werden – vordergründig ein fast schon selbstverständliches Motto.

Aber auch Schmerztherapeuten verspüren starke Fesseln. Bei ihrem Versuch, individuelle Therapiestrategien interdisziplinär, multimodal und sektorenübergreifend umzusetzen, müssen sie immer wieder feststellen, dass sie selbst eng in ein Geflecht von Beschränkungen und Strukturvorgaben eingebunden sind.

Die verkehrte Spiegelschrift ist deshalb kein Zufall. „… befreit Schmerztherapie“ ist eine wichtige und sehr aktuelle gesundheitspolitische Forderung: es ist die ureigenste Aufgabe von Ärzten, Psychologen und vielfältigen weiteren in der Schmerztherapie engagierten Berufsgruppen, zu formulieren, welche Änderungen dafür erforderlich sind – und zwar unabhängig von Besitzstandsdenken und Eitelkeiten.

Und es ist die Aufgabe der Politik und der Kostenträger, gemeinsam mit den Schmerztherapeuten Therapiebedingungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Patienten gerecht werden. Tatsächlich aber hat in den letzten Jahren der Einfluss der Ärzte auf die Behandlungsrealität vor Ort und im deutschen Gesundheitssystem insgesamt abgenommen, nicht zuletzt durch die Folgen der zunehmenden Ökonomisierung der Medizin.

Das provokant gewählte Bild spielt auf eine dritte Dimension an. Wir alle tragen gedankliche Fesseln – die Bearbeitung von Tabuthemen, wie Schmerz und körperliche oder seelische Gewalt, Schmerz und Sexualität oder ethnische Besonderheiten des Schmerzempfindens wird häufig thematisch und therapeutisch ausgespart.

Wir wollen in Hamburg eine Bühne bieten, in denen alle diese Themen aufgegriffen und offen diskutiert werden. Mit neuesten Forschungsergebnissen, innovativen Konzepten und Visionen soll dieser Kongress dazu beitragen, sowohl Schmerzpatienten, als auch Schmerztherapeuten von Fesseln zu befreien – lassen Sie uns gemeinsam ein hör- und sehbares Zeichen setzen!

Herzliche Grüße,

Wolfgang Koppert
Rolf Malessa